Das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes blieb auch nach dem Umbau zur Erinnerungs-
stätte nahezu unverändert. Die ursprüngliche Raumaufteilung des Erdgeschosses, in dem die Wohnräume liegen, ist weitgehend erhalten. Nur wenige Räume wie Bäder, Küche und Hauswirtschaftsraum mussten den neuen Anforderungen der musealen Nutzung weichen.


Blick in das authentisch wieder eingerichtete Wohnzimmer von Theodor Heuss
Foto: SBTH

Blick in das Esszimmer von Theodor Heuss
Foto: SBTH
Um einen Eindruck von Heuss' Lebensstil an der Wende der fünfziger zu den sechziger Jahren zu vermitteln, hat die Stiftung das Arbeits-, Wohn- und Esszimmer mit den erhaltenen Originalmöbeln rekonstruiert. Im Wohnzimmer herrscht eine bürgerliche, individuelle Atmosphäre, die sich keinen einheitlichen Einrichtungsstil zuordnen lässt. Neben den Familienphotos geben vor allem die zahlreichen Kunstwerke dem Raum eine persönliche Note. Zu sehen sind Werke international bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts, die Heuss gut kannte oder bewundert hat, so z. B. Reinhold Nägele (1884-1972), Albert Weisgerber (1878-1915), Max Liebermann (1847-1935) oder Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938). Heuss hat sich Zeit seines Lebens mit Kunst- und Ästhetikfragen auseinander gesetzt, stand stets im Meinungsaustausch mit Künstlern und pflegte zu vielen freundschaft-
liche Beziehungen. Allerdings gehörte er nicht zu den Kunstliebhabern, die systematisch Kunst sammelten, sondern ließ sich bei der Auswahl seiner Kunstwerke vielmehr von seinem persönlichen Geschmack leiten.


Blick in das Arbeitszimmer von Theodor Heuss
Foto: SBTH

Die umfangreiche Bibliothek prägt das Arbeitszimmer. Theodor Heuss war seit seiner frühesten Jugend ein eifriger Bücherleser. Für den Journalisten, Schriftsteller und Politiker Heuss bildete die umfangreiche Bibliothek, die er sich im Laufe seines Lebens aufbaute, eine wichtige Arbeitsgrundlage. Die Regalwände sind heute rundum bestückt mit circa 2.500 historisch-politischen Büchern der Privatbibliothek, die zu Heuss' Lebzeiten zum Teil in diesem Raum, aber auch im so genannten "Naumann-Zimmer" im Gartengeschoss aufgestellt waren. Gegenüber dem Schreibtisch befinden sich Porträts aus dem persönlichen Umfeld von Heuss: die Eltern Elisabeth und Louis Heuss, seine Frau Elly-Heuss-Knapp und die langjährige Vertraute Toni Stolper.
Den Abschluss des rekonstruierten Wohnbereichs bildet das Esszimmer. Es war einfach und zurückhaltend im Stil der Zeit eingerichtet mit Mobiliar aus Birnbaumfurnier und Ahorn.



nach oben